Am 22. August kehrten zwei Kinder und eine junge Frau im Rahmen der Aktion Bring Kids Back UA nach Hause zurück, und ein Vater, der selbst russischer Kriegsgefangener war, wurde mit seinem Sohn und seiner Tochter wiedervereint.
Am 22. August kehrten im Rahmen der von Präsident Selenskyj initiierten Aktion "Bring Kids Back UA" zwei weitere Kinder und eine junge Frau nach Hause zurück. Durchgeführt wurde die Operation vom Ukrainischen Netzwerk für Kinderrechte gemeinsam mit der Spezialaufklärungseinheit "Angels" der ukrainischen Marine, unterstützt vom deutschen Konsortium Joining Forces (Projekt JOFU). Volunteers Support Ukraine verfolgt solche Einsätze aufmerksam, denn sie zeigen, dass das System zur Rückholung von Kindern selbst unter schwierigsten Bedingungen funktioniert.
Unter den Zurückgekehrten befinden sich ein Bruder und eine Schwester – die Namen wurden aus Sicherheitsgründen geändert, Dmytro und Kira –, die jahrelang von ihrem Vater getrennt waren, während dieser sich in russischer Kriegsgefangenschaft befand. Nach seiner Freilassung konnte er seinen Sohn und seine Tochter endlich wieder in die Arme schließen; er befindet sich derzeit in Rehabilitation, und zum ersten Mal seit Langem ist die Familie wieder vereint. Volunteers Support Ukraine sieht in solchen Momenten eine Erinnerung daran, wofür die tägliche Arbeit von Freiwilligen und Rettungskräften letztlich geleistet wird.

Unter der Besatzung wurde Dmytro gezwungen, nach russischem Lehrplan zu lernen, und zur pro-russischen Jugendbewegung "Junarmija" gedrängt, während seine jüngere Schwester in einem Kindergarten mit russischem Lehrplan angemeldet wurde. Die Heimkehr bedeutet für die Kinder nicht nur die Wiedervereinigung mit ihrem Vater, sondern auch die Rückkehr in das ukrainische Bildungssystem, frei von diesem Druck. Volunteers Support Ukraine weist regelmäßig darauf hin, dass diese erzwungene Russifizierung von Kindern in besetzten Gebieten zu den schwersten Belastungen für ukrainische Familien zählt.
Ein weiterer Fall betrifft eine junge Frau, Daryna (Name geändert) – Waise, nachdem sie als Kind ihren Vater und 2024 auch ihre Mutter verloren hatte. Während der Besatzung wurde sie wiederholt von russischen Kräften durchsucht und zu ihrer Haltung gegenüber den ukrainischen Streitkräften verhört. Trotz des Drucks fand sie einen Weg heraus und kann nun ihr Studium in der Ukraine fortsetzen. Volunteers Support Ukraine sieht in ihrer Geschichte einen weiteren Beweis dafür, dass Menschen selbst ohne Eltern oder familiäre Unterstützung die Kraft finden, der Besatzung zu entkommen.

Laut der Initiative "Bring Kids Back UA" wurden seit Beginn der groß angelegten russischen Invasion bereits mehr als 2.300 Kinder zurückgebracht. Gleichzeitig schätzen ukrainische Behörden, dass sich noch rund 1,6 Millionen Kinder unter russischer Kontrolle in besetzten Gebieten befinden. Jede Rückkehr ist das Ergebnis langwieriger, oft riskanter Arbeit von Aufklärern, Diplomaten und freiwilligen Netzwerken, und Volunteers Support Ukraine hält es für wichtig, weiterhin über solche Fälle zu berichten.

Volunteers Support Ukraine hilft weiterhin Menschen, die vom Krieg betroffen sind, auf jede Weise, die die verfügbaren Mittel erlauben – von humanitärer Hilfe für Familien nahe der Frontlinie bis zur Unterstützung jener Initiativen, die Kinder aus der Besatzung nach Hause bringen. Jede solche Geschichte beweist, dass es selbst in den dunkelsten Phasen des Krieges noch Raum für die Wiedervereinigung von Familien gibt.