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Dobropillja hält: Analysten widerlegen russische Einkesselungsbehauptungen

Dobropillja hält: Analysten widerlegen russische Einkesselungsbehauptungen

27.09.2026
· 3 Min. Lesezeit

Das 1. Nationalgarde-Korps „Asow" erklärt, Dobropillja im Gebiet Donezk bleibe unter Kontrolle der ukrainischen Verteidigungskräfte, und weist russische Behauptungen einer Einkesselung zurück — eine Einschätzung, die das Institute for the Study of War unabhängig bestätigt.

Ukrainische Truppen halten die Stadt Dobropillja im Gebiet Donezk weiterhin, trotz wochenlanger russischer Behauptungen, sie sei eingekesselt. Am 26. September wies das 1. Nationalgarde-Korps „Asow" diese Behauptungen offiziell zurück, und eine unabhängige Einschätzung des Institute for the Study of War (ISW) bestätigt das: Von einer Einkesselung kann keine Rede sein.

Was Asow erklärt

Das Korps teilte mit, Dobropillja bleibe unter Kontrolle der ukrainischen Verteidigungskräfte, und russische Infanteriegruppen, die versuchten, in die Lücken zwischen den ukrainischen Stellungen einzudringen, würden „umgehend erkannt und vernichtet". Pläne zur Einkesselung der Stadt existierten laut der Einheit „nur auf dem Papier und in den verlogenen Meldungen russischer Kommandeure" — nicht aber auf dem tatsächlichen Schlachtfeld.

ISW-Karte: die von Russland behauptete Einkesselung Dobropilljas im Vergleich zur tatsächlichen Frontlinie

Was die unabhängige Analyse zeigt

Schon vor der Erklärung Asows veröffentlichte das ISW eine eigene Karte der Region und kam zu dem Schluss, dass die Einkesselungsbehauptung nicht haltbar ist: Russische Einheiten versuchen zwar tatsächlich, nahe der südlichen Stadtränder — unter anderem beim Dorf Nowe Schachowe — einzudringen und Fuß zu fassen, doch von einer durchgehenden Einkesselungslinie am Boden kann keine Rede sein. Das ISW weist zudem darauf hin, dass Moskau in den vergangenen Wochen ähnlich übertriebene „Einkesselungs"-Behauptungen auch zu anderen Frontabschnitten aufgestellt hat, etwa in den Gebieten Sumy und Charkiw.

Der größere Zusammenhang: Warum Russland das Thema forciert

Analysten zufolge sollen die beharrlichen Behauptungen über Dobropillja von russischen Rückschlägen weiter nördlich, bei Lyman, ablenken. Dort führt das 3. Armeekorps der Ukraine seit Mitte September die Operation „Vivaldi" durch und hat bereits rund 125 Quadratkilometer Gebiet sowie mehrere Ortschaften zurückerobert und dem Gegner dabei erhebliche Verluste an Personal und Ausrüstung zugefügt. Für die russische Propaganda ist das Bild eines „eingekesselten" Dobropillja nützlicher als das Eingeständnis von Verlusten an einem anderen Frontabschnitt.

Eine ukrainische Aufklärungs- und Angriffsdrohne wird vor einem Einsatz gegen eine russische Artilleriestellung vorbereitet, Gebiet Donezk

Die Kämpfer von Asow riefen die Zivilbevölkerung zudem dazu auf, sich ausschließlich auf offizielle Mitteilungen der ukrainischen Verteidigungskräfte zu verlassen und keine unbestätigten Informationen über die Lage rund um Dobropillja zu verbreiten — solche Gerüchte würden ihrer Darstellung nach häufig feindliche Informationsoperationen befeuern.

Illustrationsfoto: Ein ukrainischer Soldat patrouilliert an zerstörten Gebäuden vorbei, Gebiet Donezk

Warum das wichtig ist

Für eine Stadt und eine Region, die seit über drei Jahren unter der ständigen Bedrohung durch Beschuss und eine sich verschiebende Frontlinie leben, bedeutet jeder Tag, an dem die Stellungen gehalten werden, vor allem eines: einen Tag, an dem Menschen zu Hause bleiben können, statt in einer Evakuierungsschlange zu stehen. Die NGO Volunteers Support Ukraine hilft weiterhin Menschen, die vom Krieg betroffen sind, so gut es die verfügbaren Mittel erlauben — und Nachrichten wie diese erinnern daran, warum diese Hilfe noch lange gebraucht wird.

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