Der Rat der EU hat den vorübergehenden Schutzstatus für Menschen, die aus der Ukraine geflohen sind, formell bis zum 4. März 2028 verlängert — eine Entscheidung, die mehr als vier Millionen Menschen betrifft.
Mehr als vier Millionen Menschen, die die Ukraine nach Beginn der umfassenden Invasion verlassen haben, gewinnen ein weiteres Jahr rechtlicher Stabilität: Der Rat der Europäischen Union hat den vorübergehenden Schutzstatus formell bis zum 4. März 2028 verlängert. Die Entscheidung wurde von den Ständigen Vertretern der Mitgliedstaaten (Coreper) vereinbart und anschließend vom Rat formell gebilligt.
Der vorübergehende Schutz gibt Ukrainern in EU-Ländern das Recht auf legalen Aufenthalt, Arbeit, Bildung und Zugang zur Gesundheitsversorgung, ohne ein langwieriges Asylverfahren durchlaufen zu müssen. Der Status gilt seit März 2022 und war bereits einmal verlängert worden, bis März 2027 — nun läuft er ein weiteres Jahr, bis 2028. Für Millionen Familien, die sich in Deutschland, Polen und anderen EU-Staaten bereits Arbeit, Wohnraum und Schulplätze für ihre Kinder organisiert haben, bedeutet das, in nächster Zeit nicht nach einem alternativen rechtlichen Status suchen zu müssen.

Gleichzeitig verschärfte die EU die Regeln für Personen, die erstmals vorübergehenden Schutz beantragen. Künftig müssen neue Antragsteller die Erfüllung ihrer Wehrpflicht in der Ukraine nachweisen — etwa durch einen Reisepass mit einem Stempel zur legalen Ausreise oder ein Dokument, das eine Befreiung oder Erfüllung der Pflicht bestätigt. Entscheidend ist: Diese Einschränkung gilt nicht für Menschen, die bereits vorübergehenden Schutz in der EU genießen — sie betrifft ausschließlich neue Anträge.

Laut Eurostat hielten im April 2026 rund 4,37 Millionen Menschen aus der Ukraine einen vorübergehenden Schutzstatus in der EU, mit den größten Zahlen in Deutschland und Polen. Die Verlängerung bis 2028 verschafft sowohl diesen Menschen als auch ihren Gastländern mehr Zeit für Planung — von Wohnraum bis zu langfristigen Schulprogrammen für Kinder.

Solche Entscheidungen schaffen es selten in die Schlagzeilen neben Berichten über Beschuss, doch sie prägen den Alltag von Millionen Ukrainerinnen und Ukrainern im Ausland ebenso stark. Volunteers Support Ukraine hält es für wichtig, auch über solche Nachrichten zu berichten — ein stabiler rechtlicher Status im Ausland gehört ebenso zur Bewältigung des Krieges wie Hilfe im Inland. Die Organisation hilft Menschen, die vom Krieg betroffen sind, im Rahmen der verfügbaren Mittel, und begrüßt jede Entscheidung, die ukrainischen Familien mehr Gewissheit für morgen gibt.