Baltic-Air-Policing-Typhoons fingen eine Drohne nahe Kaunas ab — der erste Abschuss einer Drohne direkt über litauischem Territorium.
Am frühen Dienstagmorgen, den 15. September, schossen NATO-Kampfjets eine Drohne ab, die aus Richtung Belarus in den litauischen Luftraum eingedrungen war — das erste Mal, dass eine Drohne direkt über litauischem Territorium zerstört wurde. Litauens Präsident Gitanas Nausėda gab den Vorfall bekannt und bezeichnete die Reaktion des Bündnisses als schnell und verantwortungsvoll. Volunteers Support Ukraine verfolgt solche Vorfälle aufmerksam, da sie unmittelbar die Sicherheit jener Länder betreffen, die die Ukraine am aktivsten unterstützen.
Die Drohne wurde nahe dem Dorf Pratkūnai im Bezirk Kaunas abgefangen, unweit des Wasserkraftwerks Kruonis. Den Abschuss führten Eurofighter-Typhoon-Jets der italienischen Luftwaffe durch, die derzeit im Rahmen der NATO-Mission Baltic Air Policing auf dem Luftwaffenstützpunkt Šiauliai stationiert sind. Es gab weder Opfer noch Schäden, die Suche nach dem Wrack der Drohne dauert an. Die Herkunft ist offiziell nicht bestätigt, doch die vorliegenden Informationen deuten darauf hin, dass sie höchstwahrscheinlich von belarussischem Territorium aus gestartet ist.

Litauen, Lettland und Estland verfügen über keine eigenen Kampfjets, die ihren Luftraum vollständig sichern könnten. Seit ihrem NATO-Beitritt 2004 übernehmen deshalb Bündnispartner diese Aufgabe im Rotationsprinzip, mit einem Wechsel alle vier Monate zwischen den Stützpunkten Šiauliai in Litauen und Ämari in Estland. Der litauische Vorfall ist eine weitere — keineswegs die erste — Erinnerung daran, dass Russlands Krieg gegen die Ukraine durch Drohnen-Luftraumverletzungen immer wieder auf benachbartes NATO-Gebiet „überschwappt".

Präsident Nausėda betonte, dass die schnelle und entschlossene Reaktion der NATO zeige, wie bereit das Bündnis sei, jeden Quadratmeter seines Territoriums zu verteidigen. Solche Aussagen aus der litauischen Führung häufen sich — am selben Tag erklärte Litauens Verteidigungsminister, das Land sei bereit, die Grenze zu Belarus bei Bedarf sofort zu schließen. Für Litauen, ebenso wie für Polen und andere Nachbarn der Ukraine, bestätigt jeder solche Vorfall, dass die Bedrohung durch Russland und seinen Verbündeten Belarus nicht an der ukrainischen Grenze endet.

Vorfälle an den Grenzen der NATO sind keine abstrakte Geopolitik — sie sind eine unmittelbare Fortsetzung desselben Luftterrors, den Russland jede Nacht über ukrainischen Städten entfesselt. Volunteers Support Ukraine ist überzeugt, dass die Solidarität der Verbündeten gegen diese Bedrohung eine gemeinsame Aufgabe bleiben muss — unabhängig davon, ob eine Drohne auf Kyjiw zufliegt oder nach Litauen abirrt. Die Organisation hilft weiterhin Menschen, die vom Krieg betroffen sind, mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen, und ist überzeugt, dass die Sicherheit der Region genau auf dieser beständigen, alltäglichen Unterstützung beruht — militärisch, humanitär und diplomatisch zugleich.