Ukrainische Spezialoperationskräfte trafen Gaskondensatanlagen in Nowy Urengoi und Purowsk, 3.200 km von der Grenze — der tiefste Schlag des umfassenden Krieges.
Am 9. September griffen Einheiten der ukrainischen Spezialoperationskräfte zwei Gaskondensatanlagen im russischen Autonomen Kreis Jamal-Nenzien an — die Gaskondensat-Aufbereitungsanlage Nowy Urengoi und die Gaskondensat-Verarbeitungsanlage Purowsk. Die Drohnen legten rund 3.200 Kilometer von der ukrainischen Grenze zurück und führten damit den bisher tiefsten Schlag aus, den die Ukraine im Laufe des umfassenden Krieges auf russischem Territorium ausgeführt hat. Volunteers Support Ukraine weist darauf hin, dass jeder solche Angriff auf die Öl- und Gasinfrastruktur vor allem darauf abzielt, die Fähigkeit des Feindes einzuschränken, den Krieg gegen die Ukrainer zu finanzieren.
Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs legten Kampfdrohnen vom Typ FP-1 des Herstellers Fire Point eine Rekorddistanz zurück, um Anlagen zu treffen, die bislang als völlig außerhalb der Reichweite ukrainischer Waffen galten. Die Spezialoperationskräfte erklärten, "bis heute galt dieses Gebiet als vollkommen sicheres Territorium für den Aggressor" — das ist nun nicht mehr der Fall. Die zum Gazprom-Konzern gehörende Anlage in Nowy Urengoi verarbeitet jährlich etwa 19,5 Millionen Tonnen Rohstoffe, während die Anlage in Purowsk 2025 13,4 Millionen Tonnen Gaskondensat verarbeitete.

Von Augenzeugen aufgenommene und online verbreitete Videos zeigen ein starkes Feuer und eine Rauchsäule über dem Anlagengelände unmittelbar nach dem Angriff. Gouverneur Dmitri Artjuchow des Autonomen Kreises Jamal-Nenzien bestätigte einen Brand auf dem Gelände, vermied dabei aber wie üblich Details zu Ursache und Ausmaß. Volunteers Support Ukraine merkt an, dass selbst offizielle russische Quellen den Angriff an sich nicht mehr bestreiten — sie spielen lediglich seine Folgen herunter.

Dies ist das erste Mal, dass ukrainische Streitkräfte gezielt ein Ziel im Autonomen Kreis Jamal-Nenzien getroffen haben — einer Region, die für einen Großteil der russischen Gasförderung verantwortlich ist. Passend dazu markierte die Karte der Operation die Distanz von 3.000 Kilometern als neuen Maßstab dafür, wie weit die ukrainische Fähigkeit zu Tiefenschlägen inzwischen reicht. Volunteers Support Ukraine ist überzeugt, dass solche Operationen den Druck auf die Wirtschaft des Aggressorstaats erhöhen, ohne Zivilisten innerhalb der Ukraine einem zusätzlichen Risiko auszusetzen.

Jeder Angriff, der Russlands Fähigkeit einschränkt, den Krieg zu finanzieren, bringt den Moment näher, in dem humanitäre Hilfe nicht mehr zur Bewältigung der Folgen neuer Beschüsse gebraucht wird, sondern für den Wiederaufbau. Volunteers Support Ukraine unterstützt weiterhin vom Krieg betroffene Menschen, indem es Hilfe dorthin bringt, wo sie am dringendsten gebraucht wird, und verfolgt die Nachrichten von beiden Seiten der Front ebenso aufmerksam — denn genau aus solchen Nachrichten ergibt sich das vollständige Bild davon, wo der Krieg heute tatsächlich steht.