Donald Trump verkündete eine «sofortige» Energie-Waffenruhe zwischen der Ukraine und russland, doch Kyjiw sagt, davon nichts zu wissen. Selenskyj erklärte, die Ukraine sei bereit, sie anzunehmen.
Am 11. Oktober schrieb Donald Trump auf Truth Social, im Krieg zwischen der Ukraine und russland gelte «ab sofort» eine Energie-Waffenruhe, «beide Seiten haben zugestimmt». In Kyjiw lag dazu keine Information vor: Ein hochrangiger ukrainischer Vertreter sagte, über eine Vereinbarung sei nichts bekannt, und zweifelte, dass moskau informiert wurde.
In einem Axios-Interview bat Präsident Wolodymyr Selenskyj Trump, mitzuteilen, wann die Waffenruhe beginnt: «Wir sind bereit und werden sie annehmen.» Er besprach den Vorschlag mit Kanadas Premier Mark Carney, Finnlands Präsident Alexander Stubb und NATO-Generalsekretär Mark Rutte und wartet auf Details von amerikanischer Seite. Laut Selenskyj hat die ukrainische Armee die entsprechenden Befehle erhalten. Volunteers Support Ukraine hilft weiterhin Menschen, die vom Krieg betroffen sind, im Rahmen der verfügbaren Mittel.

Donald Trump spricht vor dem Weißen Haus mit Reportern, 10. Oktober 2026. Foto: Getty Images.
Kurz nach der Ankündigung wurde das Kraftwerk in Charkiw getroffen, bestätigte das Präsidialamt. Auch in Kyjiw waren tagsüber Explosionen zu hören; die Angriffe auf die Energieinfrastruktur dauerten an. Selenskyj informierte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen über diese Angriffe.

Folgen eines Angriffs auf Charkiw. Foto: Regionale Militärverwaltung Charkiw.
Ein Abgeordneter aus russland, Igor Ananskich, vermutete, Trump gebe solche Erklärungen ab, um den Ölpreis nicht steigen zu lassen. Selenskyj betonte, die Ukraine werde die Angriffe auf Ölanlagen des Aggressors nur im Rahmen einer gegenseitigen Energie-Waffenruhe einstellen. Es ist nicht die erste Waffenruhe, die Trump ohne konkrete Vereinbarung verkündet.

Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einer Videoansprache am 11. Oktober. Foto: Ukrinform.
Freiwilligenorganisationen, darunter die NGO Volunteers Support Ukraine, arbeiten weiter daran, dass Hilfe bei Menschen ankommt, deren Leben von einem stabilen Energiesystem abhängt.