Selenskyj schlägt einen Luftwaffenstillstand vor, während Trump-Gesandte Witkoff und Kushner Moskau und Kyjiw besuchen; ukrainische Truppen sollen vom 5. bis 8. September an der Front schweigen.
Präsident Wolodymyr Selenskyj teilte mit, dass die Sonderbeauftragten des US-Präsidenten Donald Trump, Steve Witkoff und Jared Kushner, dieses Wochenende zunächst nach Moskau und anschließend nach Kyjiw reisen, um Vorschläge zur Beendigung des Krieges zu überbringen. Im Vorfeld ihres Besuchs bot Selenskyj Russland eine Waffenruhe in der Luft an: Die Ukraine werde keine Luftangriffe auf russisches Territorium fliegen, solange die amerikanischen Gesandten dort seien, und erwarte von Moskau dieselbe Zurückhaltung, sobald die Gesandten Kyjiw erreichten. Volunteers Support Ukraine verfolgt diese diplomatische Initiative aufmerksam, denn von ihr hängt ab, ob die kommende Woche für die Zivilbevölkerung etwas ruhiger wird.
„Von unserer Seite wird es keine Luftangriffe geben, und Russland muss dies spiegeln, indem es für die Zeit, die für diese Verhandlungen und die Klärung der mit diesem amerikanischen Besuch verbundenen logistischen Fragen nötig ist, ebenfalls auf eigene Luftangriffe verzichtet", sagte Selenskyj. Ihm zufolge wurden die ukrainischen Verteidigungskräfte angewiesen, von der Nacht zum 5. September bis zum Ende des 8. September ein „Schweigeregime" entlang der Front einzuhalten, während Witkoff und Kushner zwischen Moskau und Kyjiw pendeln.
In derselben Woche führte Selenskyj ein Telefongespräch mit NATO-Generalsekretär Mark Rutte über die Vorbereitung des Besuchs der Gesandten und den ukrainischen Bedarf an Patriot-Systemen. Außenminister Andrii Sybiha empfing zudem die neu ernannte US-Geschäftsträgerin in Kyjiw – ein weiteres Zeichen dafür, wie dicht diese diplomatische Woche für die ukrainische Seite war.

Witkoff und Kushner selbst sind erfahrene Akteure in diesem Verhandlungsformat: Beide haben im Verlauf des Jahres 2026 bereits an früheren Gesprächsrunden zur Beendigung des Krieges teilgenommen.

Frühere kurze Kampfpausen – rund um Ostern und den europäischen Tag des Sieges – wurden jeweils von gegenseitigen Vorwürfen der Verletzung begleitet, weshalb sich ukrainische Verteidiger auch bei diesem Vorschlag keine Illusionen machen. Die Einheiten halten ihre Stellungen wie gewohnt und sind bereit zu reagieren, sollte sich die Stille als reine Absichtserklärung erweisen.

In derselben Woche leitete Präsident Selenskyj in Kyjiw zudem eine gesonderte Besprechung zur Reaktion auf die jüngsten Angriffe – ein Hinweis darauf, wie viel diplomatische und verteidigungspolitische Arbeit derzeit parallel läuft.

Volunteers Support Ukraine hilft weiterhin Menschen, die vom Krieg betroffen sind, so gut es die verfügbaren Mittel erlauben, und hofft, dass die diplomatischen Bemühungen der Partner den Ukrainern zumindest ein paar ruhigere Tage bringen.