Die spezialisierten Polizei-Evakuierungseinheiten „Weißer Engel" haben seit Beginn der großangelegten Invasion 38.446 Menschen gerettet, darunter mehr als 10.000 Kinder, teilt das ukrainische Innenministerium mit.
Seit Beginn der russischen Großinvasion haben die ukrainischen Polizei-Evakuierungseinheiten „Weißer Engel" 38.446 Menschen gerettet, darunter mehr als 10.280 Kinder. Das teilte das Innenministerium der Ukraine mit. Die Zahl umfasst Bewohner von Front- und Grenzgemeinden, die unter Beschuss herausgeholt wurden, in Situationen, in denen jede andere Form der Evakuierung längst nicht mehr möglich war. Volunteers Support Ukraine verfolgt die Arbeit dieser Einheiten besonders aufmerksam, denn genau in dieser letzten Rettungsphase entscheidet sich oft, ob ein Mensch überlebt.
Die Teams des „Weißen Engel" fahren dorthin, wohin sich selbst Krankenwagen meist nicht mehr trauen: in Frontdörfer und -städte unter Dauerbeschuss, wo das Überleben in Minuten zwischen zwei Einschlägen gezählt wird. Die Einheit entstand als Initiative einiger weniger Polizisten in der Region Donezk und hat sich seither zu ähnlichen Teams in Grenz- und Frontregionen im ganzen Land entwickelt. Viele Bewohner zögern die Evakuierung hinaus, bis ihr Haus bereits zerstört ist — und rufen erst dann, im allerletzten Moment, den „Weißen Engel".

Jede Fahrt ist faktisch eine Spezialoperation: Die Teams durchqueren Gebiete, die von FPV-Drohnen anvisiert werden, holen ältere oder gehbehinderte Bewohner ab, die einen Evakuierungspunkt oft nicht mehr selbstständig erreichen können, und kehren über dieselbe gefährliche Route zurück. Volunteers Support Ukraine ist überzeugt, dass diese unspektakuläre tägliche Arbeit selten Schlagzeilen macht, obwohl es dabei buchstäblich jeden Tag um Menschenleben geht.
Die Arbeit der „Weißen Engel" endet nicht beim Abtransport der Lebenden. Im Laufe des Krieges lieferten die Einheiten 756,9 Tonnen Lebensmittel, 1,2 Tonnen Medikamente, mehr als 80.800 Liter Trinkwasser und weitere 462,2 Tonnen sonstige humanitäre Hilfe in Frontgemeinden — oft die einzige Versorgung, die Menschen im Kampfgebiet überhaupt noch erreicht. Eine gesonderte, besonders schwere Aufgabe ist die Bergung der Gefallenen: Die Polizisten haben bereits die sterblichen Überreste von 561 Menschen geborgen und an ihre Familien übergeben, damit diese Abschied nehmen können.

Volunteers Support Ukraine sieht in diesen Zahlen eine direkte Bestätigung dafür, wie eng humanitäre Logistik und Rettungseinsätze in Frontgemeinden in dieser Kriegsphase mittlerweile miteinander verflochten sind — das eine funktioniert nicht ohne das andere.
Diese Arbeit wird für die Retter selbst zunehmend gefährlicher. Erst kürzlich traf eine russische Drohne ein Evakuierungsteam des „Weißen Engel" in Druschkiwka, Region Donezk — drei Polizisten und zwei Zivilisten, die in diesem Moment evakuiert wurden, wurden verletzt. Angriffe auf Teams mitten in der Evakuierung kommen regelmäßig vor, und jeder einzelne erinnert daran, dass die Straßen, auf denen die „Engel" unterwegs sind, ebenso gefährlich sind wie die Frontorte, aus denen sie Menschen herausholen.

Geschichten wie diese — über Menschen, die bewusst jeden Tag dorthin fahren, von wo andere fliehen — erinnern daran, wozu die Freiwilligenbewegung rund um die Ukraine überhaupt existiert. Volunteers Support Ukraine hilft weiterhin Menschen, die vom Krieg betroffen sind, so gut es die verfügbaren Mittel erlauben — und Rettungseinheiten wie der „Weiße Engel" zeigen täglich, warum diese Hilfe noch genauso notwendig ist wie in den ersten Tagen der Invasion.