Am Unabhängigkeitstag versammelten sich ausländische Staats- und Regierungschefs in Kyjiw, während die EU 7 Milliarden Euro an Verteidigungsdarlehen für die Ukraine bewilligte.
An dem Tag, an dem die Ukraine den 35. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit beging, tauschte Kyjiw seine übliche feiertägliche Ruhe gegen eine ganze Delegation ausländischer Staats- und Regierungschefs ein. Der britische Premierminister Andy Burnham, der Präsident des Europäischen Rates António Costa, die moldauische Präsidentin Maia Sandu, der luxemburgische Premierminister Luc Frieden und der estnische Präsident Alar Karis trafen mit dem Zug in der Hauptstadt ein — und am selben Tag gab die Europäische Kommission bekannt, sie habe 7 Milliarden Euro an Verteidigungsdarlehen für die Ukraine bewilligt.
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bezeichnete die Entscheidung als Beweis dafür, dass die europäische Unterstützung selbst im fünften Jahr des umfassenden Krieges "unerschütterlich und konkret" bleibe. Das Geld soll die Verteidigungsfähigkeiten der Ukraine gerade in einem Moment stärken, in dem sich die direkte militärische Hilfe einiger Partner verlangsamt hat — genau deshalb wiegt der Zeitpunkt dieser Ankündigung so schwer.

Für Burnham ist der Besuch in Kyjiw seine erste internationale Reise seit seinem Amtsantritt als britischer Premierminister — eine bezeichnende Wahl des Ziels. Gemeinsam mit den anderen Staats- und Regierungschefs nahm er am ersten Treffen der "Koalition der Willigen" unter Vorsitz von Präsident Selenskyj teil, das der weiteren Koordinierung militärischer und finanzieller Unterstützung für die Ukraine diente.

Der Besuch fand an einem Tag statt, an dem erneut Raketen und Drohnen die Ukraine trafen und unter anderem Odesa Schäden erlitt. Genau diesen Kontrast — ausländische Delegationen in Kyjiw in derselben Nacht, in der das Land unter Beschuss stand — versuchten die Staats- und Regierungschefs in ein positives Signal zu verwandeln: Was auch immer geschieht, die Partner untermauern ihre Worte mit konkreten Milliardenbeträgen.

Für Volunteers Support Ukraine ist eine solche Nachricht eine Erinnerung daran, dass groß angelegte internationale Hilfe und lokale ehrenamtliche Unterstützung einander ergänzen: Milliarden für die Verteidigung beseitigen nicht den Bedarf an der alltäglichen humanitären Hilfe, die die Organisation weiterhin für vom Krieg betroffene Menschen leistet, soweit es die verfügbaren Mittel erlauben.