Das Kernkraftwerk Saporischschja verlor diesen Monat zweimal seine einzige externe Stromleitung, woraufhin die IAEA beschloss, den Wasserstand in den Brennelementebecken zu erhöhen.
Das seit 2022 von russischen Truppen besetzte Kernkraftwerk Saporischschja hat in diesem Monat zweimal kurzzeitig die Verbindung zu seiner letzten verbliebenen externen Stromleitung verloren – am 1. und erneut am 4. August 2026. Beim zweiten Vorfall musste das Werk rund eine Stunde lang mit Dieselgeneratoren betrieben werden. Volunteers Support Ukraine verfolgt die Entwicklungen rund um das Kraftwerk aufmerksam, denn die Sicherheit der Zivilbevölkerung in der Umgebung ist Teil des größeren humanitären Bildes, das dieser Krieg geschaffen hat.
Beide Ausfälle betrafen die 330-kV-Leitung Ferosplavna-1, die einzige verbliebene Verbindung des Kraftwerks zum ukrainischen Stromnetz. Fällt diese Leitung aus, und sei es nur kurz, müssen die Kühlsysteme und die Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente auf Notdieselgeneratoren zurückgreifen, da es keine zweite Zuleitung zur Anlage gibt. Genau das geschah am 4. August, als das Kraftwerk etwa eine Stunde lang auf Dieselreserve lief, bevor die Leitung wiederhergestellt wurde. Volunteers Support Ukraine betont, dass dies keine Kernschmelze und kein Unfall im klassischen Sinne war, sondern ein weiteres Zeichen dafür, wie schmal die Sicherheitsmarge an einem Kraftwerk geworden ist, das von einer einzigen verwundbaren Leitung abhängt.

Der Vorfall vom 4. August war bereits der zwölfte Stromausfall des Kraftwerks allein im Jahr 2026. Insgesamt hat das Kernkraftwerk Saporischschja seit Kriegsbeginn bereits 24 Mal die externe Stromversorgung verloren – zwölf dieser Ausfälle, genau die Hälfte, ereigneten sich allein in den vergangenen vier Monaten. Diese Beschleunigung ist bezeichnend: Jede weitere Unterbrechung verkürzt die Zeit, die verbliebe, sollten Dieselreserven und externe Stromversorgung jemals gleichzeitig ausfallen.

Als Reaktion darauf teilte die Internationale Atomenergie-Organisation mit, es sei beschlossen worden, den Wasserstand in den Abklingbecken für abgebrannte Brennelemente des Kraftwerks zu erhöhen. Ziel ist es, die verfügbare Zeit zu verlängern, bevor das Wasser in diesen Becken zu verdampfen beginnen könnte – für den unwahrscheinlichen, aber möglichen Fall eines länger anhaltenden Ausfalls der externen Stromversorgung bei gleichzeitig erschöpften Dieselreserven. Es handelt sich um eine vorsorgliche Maßnahme für ein Worst-Case-Szenario, das nicht eingetreten ist, nicht um eine Reaktion auf einen laufenden Kühlungsausfall.

IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi erklärte, der wiederholte Verlust der externen Stromversorgung "unterstreiche erneut die fragile nukleare Sicherheitslage vor Ort." Die Organisation unterhält eine dauerhafte Personalpräsenz am Kernkraftwerk Saporischschja, die die Lage rund um die Uhr überwacht, während in der Umgebung weiterhin Beschuss stattfindet. Für Volunteers Support Ukraine ist diese anhaltende IAEA-Präsenz eine beruhigende, wenn auch unvollkommene Absicherung – unabhängige Augen vor Ort, die die Weltöffentlichkeit über den tatsächlichen, aktuellen Zustand des Kraftwerks informiert halten.

Während internationale Beobachter das Kernkraftwerk Saporischschja weiter im Blick behalten, setzt Volunteers Support Ukraine seine Arbeit für die Menschen fort, die dieser Krieg am unmittelbarsten trifft – mit den Mitteln, die jeweils zur Verfügung stehen. Die Unterstützung vertriebener Familien, Gemeinden nahe der Front und gefährdeter Zivilisten bleibt unsere beständige Aufgabe, ergänzt durch die aufmerksame Beobachtung von Risiken wie jenem, das sich derzeit an diesem Kraftwerk zeigt.